Mein Melsbach
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» Die Melsbacher Kirmes in frühen Jahren «




Im Jahre 1862 hatte die Gemeinde Melsbach einen neuen Weg anlegen lassen. Dieser führte vom Wasserfall nahe Altwied bis hin zum "Steinernen Tisch" im Buchlöh in der Nähe von Oberbieber.

Nach Fertigstellung des Weges wurde beschlossen, gemeinsam mit der Melsbacher Dorfbevölkerung die Fertigstellung zu feiern. So wurde am 2. Sonntag im August auf der Elisabeth-Höhe ein Fest gefeiert, das sog. Paddfest. Dort gab es für jedes Gemeindemitglied („Gemeensmann“) kostenlos einen kleinen Imbiss und ein Freigetränk. Sogar einen Tanzboden hatte man dort aufgebaut.

Das Fest wurde sehr schön und trug so zur Harmonie unter der Dorfbevölkerung bei, sodass die Dorfjugend im darauffolgenden Jahr am selben Sonntag ein Fest veranstaltete.

Die Kirmes war geboren.


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So feierte man in den Folgejahren jeweils am 2. Sonntag im August die Kirmes. Im Gegensatz zu heute war die Kirmes in den Anfangsjahren nur auf den Sonntag beschränkt und auch ein Fest nur für die Dorfjugend. Für die Verheirateten war dieses Fest zunächst nur zum Zuschauen.

Bei günstigem Wetter wurde auf der Elisabethhöhe ein Zelt aufgeschlagen, ansonsten wurde eine „große Stube“ gemietet. Für die Getränke mussten die Dorfburschen selbst sorgen, jeder musste den nötigen Wein*) selbst mitbringen, den man in einer große Bütte zusammengoss.

In den Folgejahren wurde die Kirmes dann ein Fest für alle Melsbacher. Die Traditionen waren damals etwas anders als heute. Samstagsmittags gingen einige Burschen in den Wald, um den Kirmesbaum zu schlagen. Im Gegensatz zur heutigen Zeit gingen die anderen Burschen erst nachmittags in den Wald, um gemeinsam den Baum zu holen. Dort blieb man bis zur Dämmerung und zog dann mit Musik durch den ganzen Ort. Anschließend wurde der Kirmesbaum auf dem alten Schulplatz aufgestellt.

Auch gab es damals noch zwei Kirmesumzüge, jeweils Sonntags und Montags zogen die Burschen mit ihren gesteigerten Mädchen durch das Dorf, wobei die Burschen Montags verkleidet waren und während des Umzuges Speck und Eier sammelten.

Damals war es auch noch so, dass die Kirmes am Kirmesdienstag „begraben“ wurde. Eine leere Flasche wurde in der Erde vergraben, dazu ein paar Kupferstücke, es gab eine kurze, traurige Ansprache und dann war die Kirmes bis zum nächsten Jahr tot.

Bis zum Jahr 1932 löste sich auch die Burschengesellschaft nach der Kirmes auf und trat erst wieder im Mai des kommenden Jahres zusammen. 1933 wurde von diesem Brauch abgewichen, seit dieser Zeit gab es eine Burschengesellschaft, Vorgänger des heutigen Burschenvereins.

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*) In der damaligen Zeit gab es sowohl in Melsbach als auch in der Umgebung (Oberbieber, Segendorf, Altwied) etliche Weinanbaugebiete. Der Name „Wingertsberg“ in Oberbieber oder der „Goldberg“ in Melsbach unterhalb der Grundschule erinnern heute noch daran. Aus den Reben des Goldbergs wurde der „Melsbacher Goldberg“.

 



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