Mein Melsbach
  Bleischeid - o jeh
 



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Diesen kleinen Bericht schreibe ich aus der Nervenheilsanstalt in Andernach. Gut, darüber macht man keinen Blödsinn, aber manchmal ist es wirklich fast so weit und man ist völlig am Verzweifeln. Aber lest selbst.

Am 01. Januar 2018 kam es zur Fusion der beiden Verbandsgemeinden Rengsdorf und Waldbreitbach zur neuen Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach. In dem Zusammenhang musste ich die Orte der ehemaligen VG Waldbreitbach an div. Stellen in meiner Homepage neu aufnehmen.

Dies waren zwar nur 6 Orte, die aber teilweise aus einem Zusammenschluss mehrerer Ortsteile bestanden. So fand ich unter dem Ort Breitscheid u. a. den Ort Bleischeid.

Durch meine früheren Rallye-Erfahrungen in dieser Gegend und auch durch mein Fußballspielen kenne ich mich dort im Grunde gut aus, aber von Bleischeid hatte ich vorher noch nichts gehört.

Neugierig geworden, schaute ich mir den Ort mal an und stieß dabei auf den wohl „größten“ Ortsteil in der ganzen Gegend mit seinen offiziell 5 Einwohnern. Da allgemein in solchen Orten nur noch ältere Menschen leben, wollte ich mal nachsehen, ob dies auch in Bleischeid der Fall ist.

Das hätte ich besser mal sein lassen, denn nun begann die Katastrophe!

Ich kann mir vorstellen, dass es hinsichtlich der Einwohnerzahlen von Großstädten wie München oder Berlin bei Statistiken schon mal Probleme gibt, aber doch nicht bei einem so Ort wie Bleischeid.

Nun gibt es ja, wie bei so vielen Dingen, Statistiken über jeden einzelnen Ort und die habe ich mir mal angesehen. Jeder weiß ja, dass in Deutschland jeder Mensch zigmal statistisch erfasst wird, z. B. nach Wohnort, Geschlecht, Alter, Religionszugehörigkeit, Familienstand usw. usw.

Also, wie erwähnt, in der Hauptstatistik von Bleischeid sind 5 Einwohner angegeben. Aber schon bei der ersten Untergliederung ging es los. Denn die Untergliederungen nach „Geschlecht“ ergab:
- männliche Einwohner: 3
- weibliche Einwohner: 3.

Aha, 3 plus 3 ergibt also 5. Der einzige Gedanken, der mir durch den Kopf ging, dort lebt ein „zweigeschlechtlicher“ Mensch und da die Tabellen dafür nichts vorsehen, hat man ihn doppelt „gebucht“. Das wäre wenigstens noch eine Erklärung gewesen.

Aber es ging ja weiter: Bei der Einteilung nach „Altersgruppen“ hieß es dann:
- Anzahl an Erwachsenen zwischen 45 und 50 Jahren: 1
- Anzahl an Erwachsenen zwischen 50 und 55 Jahren: 1
- Anzahl an Senioren zwischen 65 und 75 Jahren: 1
- Anzahl an Senioren ab 75 Jahren: 1

Damit waren die Zahlen „5“ und „6“ bereits wieder aus dem Rennen, denn die 4 Zahlen zu addieren schaffte ich gerade noch so ohne Taschenrechner. Nach „5“ bzw. „6“ Einwohnern waren es also hier ganze 4 Einwohner (!)
.
Bei der Untergliederung nach „Geschlecht“ (s.o.) waren ja 3 weibliche Einwohner angegeben. Bei den statistischen Daten „Weibliche Einwohner nach Altersgruppen“ kam natürlich mal wieder Überraschendes heraus:
„Anzahl an Frauen zwischen 45 und 55 Jahren: „1“, beim Rest stand überall eine „0“.“ Somit wurden hier aus 3 Frauen gerade mal eine.

Und weiter ging’s.
Bei der Einteilung nach „Altersgruppen“ (s. o.) war ja die Rede von 4 Personen gewesen, die/der „Jüngste“ tauchte dabei in der Rubrik „Anzahl an Erwachsenen zwischen 45 und 50 Jahren“ auf.

Aber die Rubrik „Einwohner nach soziologischen Altersgruppen“ warf dann wieder alles über den Haufen. Denn hier hieß es plötzlich „Anzahl an Kindern zwischen 3 und 15 Jahren“: 1. Dieses Kind war aber vorher nie erwähnt gewesen, somit waren wir in der Tabelle wieder bei 6 Einwohnern (!).


Danach habe ich entnervt aufgegeben.

Wer will, kann ja mal in den Ort fahren und eine Volkszählung veranstalten. Aber auf eigene Gefahr!
 








 
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